Liegestütze für Anfänger: In 6 Wochen von 0 auf 15 saubere Wiederholungen

Wenn du gerade keinen einzigen klassischen Liegestütz schaffst, ist das völlig normal – und das Problem sind nicht schwache Arme, sondern dass 90% der Leute sofort die schwerste Variante der Übung versuchen. Dieses Programm basiert auf dem Prinzip der Progression: Du bewegst dich von einer leichteren Version zur vollen Bewegungsamplitude und sicherst dir bei jedem Schritt echten Fortschritt.

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Warum „einfach so viele wie möglich machen“ nicht funktioniert

Der klassische Liegestütz ist im Grunde ein Drücken des eigenen Körpergewichts, wobei etwa 60-70% der Körpermasse über Schultern und Brust bewegt werden. Bei 70 kg Körpergewicht entspricht das ungefähr einem Bankdrücken mit 45-50 kg – ohne Basis unrealistisch. Wer täglich versucht, den ersten Liegestütz zu „erzwingen“, endet meist entweder mit Kompensationen (durchhängendes Becken, Halb-Wiederholungen) oder mit Schmerzen in Handgelenken und Schultern.

Fünf Progressionsstufen – wo du wirklich starten solltest

Stufe 1: Liegestütz an der Wand, fast senkrechter Winkel, minimale Belastung. Stufe 2: Liegestütz an einer Erhöhung – Tisch, Fensterbank, Sofa (je niedriger die Auflage, desto schwerer). Stufe 3: Liegestütz auf den Knien mit gerader Linie von Knien bis Kopf. Stufe 4: Negative Liegestütze – Absenken über 3-4 Sekunden aus der geraden Position, Aufstehen über die Knie. Stufe 5: klassischer Liegestütz vom Boden. Der Test ist einfach: Schaffst du auf einer Stufe 3 Sätze à 10-12 Wiederholungen mit sauberer Technik an zwei aufeinanderfolgenden Trainingstagen, gehst du eine Stufe höher.

Technik: 4 Fehler, die deinen Fortschritt bremsen

Durchhängendes Becken – das Becken sinkt unter die Körperlinie ab, weil der Rumpf zu schwach ist, wodurch die Belastung in den unteren Rücken statt in die Brust wandert. Ellbogen wie „Flügel“ im 90°-Winkel – das belastet die Schultergelenke stark, korrekt sind 30-45° zum Körper. Unvollständige Amplitude – die Brust sollte bis auf Faustniveau oder tiefer absinken, „Viertel-Liegestütze“ bauen keine Kraft auf. Luft anhalten – ausatmen bei Anstrengung (nach oben), einatmen beim Absenken; sonst ermüden die Arme viel schneller.

Der 6-Wochen-Plan: So zählst du Sätze und Pausen richtig

Trainiere 3-mal pro Woche im Wechseltag-Rhythmus, damit die Muskeln 48 Stunden zur Regeneration haben. Das Schema ist simpel: 3-4 Sätze bis nahe an das Muskelversagen (1-2 Wiederholungen Reserve lassen), Pause zwischen den Sätzen 60-90 Sekunden. Alle 1-2 Wochen, wenn ein Satz mit sauberer Technik leichtfällt, erhöhst du entweder die Wiederholungen oder wechselst zu einer anspruchsvolleren Variante. Jage nicht der Anzahl hinterher, wenn die Technik darunter leidet: 8 saubere Wiederholungen sind besser als 15 schlampige.

Plateau bei 12-13 Wiederholungen: Was tun?

Ein häufiges Szenario – der Fortschritt stoppt genau im Bereich von 10-15 klassischen Liegestützen. Hier hilft nicht mehr Volumen, sondern ein neuer Reiz: Baue eine Pause von 1-2 Sekunden im unteren Punkt ein, probiere Tempo-Liegestütze (3 Sekunden runter, explosiv hoch) oder ergänze einen zusätzlichen Trainingstag mit engem Griff für den Trizeps – dieser ist oft das schwache Glied bei den letzten Wiederholungen.

Beispiel für ein Wochenprogramm

Geeignet für alle, die aktuell keinen vollständigen Liegestütz vom Boden schaffen oder weniger als 5 mit schlechter Technik machen. Wähle die Schwierigkeitsstufe nach dem Prinzip „3×10-12 sauber = nächste Stufe“.

Tag A – Basis (Stufe 1-2)
  • Liegestütz an der Wand 4×12-15
  • Unterarmstütz (Plank) mit gestreckten Armen 3×20-30 Sek
  • Reverse Flys mit Widerstandsband (hintere Schulter) 3×12
  • Knie-zum-Brust-Ziehen im Liegestütz (Core) 3×10
Tag B – Übergang (Stufe 2-3)
  • Liegestütz an Erhöhung (Tisch/Sofa) 4×10-12
  • Liegestütz auf den Knien 3×8-10
  • Plank mit Schulterberührung gegenüberliegende Hand 3×12 pro Seite
  • Brustdehnung im Türrahmen 2×30 Sek
Tag C – Kraft (Stufe 3-4)
  • Negative Liegestütze (4 Sek Absenken) 4×6-8
  • Liegestütz auf den Knien bis zur Ausbelastung 3×Maximum
  • Enger Liegestütz auf Knien (Trizeps) 3×8
  • Plank 3×30-40 Sek

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Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis ich den ersten klassischen Liegestütz vom Boden schaffe?
Bei regelmäßigem Training 3-mal pro Woche erreichen die meisten Anfänger 1-3 saubere klassische Liegestütze innerhalb von 4-6 Wochen. Bei sehr schwachem Start kann es 8-10 Wochen dauern – völlig normal, wichtig ist nur, die Progressionsstufen nicht zu überspringen.
Die Handgelenke schmerzen beim Liegestütz – was tun?
Die häufigste Ursache ist, dass die Hände direkt unter den Schultern mit maximaler Handgelenksstreckung platziert sind. Drehe die Finger leicht nach außen (10-15°) oder nutze Liegestützgriffe/Kurzhanteln als Unterlage, damit das Handgelenk in einer neutralen Position bleibt.
Kann ich täglich Liegestütze machen, um schneller Fortschritte zu erzielen?
Besser nicht. Brust-, Schulter- und Trizepsmuskulatur brauchen 48 Stunden zur Erholung, sonst steigt das Verletzungsrisiko in den Gelenken, ohne dass die Kraft zunimmt. Drei Trainingseinheiten pro Woche mit ausreichender Erholung bringen bessere Ergebnisse als tägliche Sätze bis zur Erschöpfung.
Muss ich die Schultern vor dem Liegestütz aufwärmen?
Ja, 3-5 Minuten reichen: Armkreisen, Schulterdehnung mit Widerstandsband oder leichte Liegestütze an der Wand als Aufwärmung. Das senkt das Verletzungsrisiko der Schultergelenke deutlich, besonders auf Stufe 4-5, wo die Belastung schon erheblich ist.

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